Heinrich Hoffmann


... katholisch ...

...mittlerweile ist dieses Wort zu einem Schimpfwort geworden, vor allem, wenn ein "römisch" davor steht. Wie viel Mut und Überwindung kostet es, im 21. Jahrhundert stolz, mutig und voller Überzeugung zuzugeben, dass man römisch-katholisch ist.

Diese Zeilen schreibe ich am Festtag der Apostelfürsten Peter und Paul (29. Juni), und meine Gedanken schweifen den ganzen Tag zum Zentrum der gesamten Christenheit, nach Rom.

Katholisch sein heißt ja nicht nur, an Christus zu glauben, das tun (mehr oder weniger) alle bekennenden Christen. Als Katholik bekennt man sich jedoch zu einer 2000-jährigen Tradition, die mit den 12 Aposteln ihren Ursprung nahm, und an der unzählige Selige und Heilige, an der Gelehrte und Kirchenlehrer bis zum heutigen Tage gestritten und gefeilt haben.

In der römisch-katholischen Kirche manifestiert sich die diesseitige und die jenseitige Welt, wissen wir uns doch vereinigt mit der Schar der Engel und Mächte, der Throne und Gewalten, den Heiligen und Seligen – wenn auch nicht im alltäglichen Leben, so doch in der heiligen Liturgie. Und diese Liturgie ist - vereint mit dem Glaubensfundament - was die Katholiken jedes einzelnen Landes dieser Erde verbindet. Und während Jesus Christus das (unsichtbare) Haupt, das unleugbare Zentrum und das Fundament dieses unseres Glaubens ist, so ist das sichtbare Haupt aller Christen der Papst, der "vicarius Christi" in Rom. 

Das Schöne ist: Wir GLAUBEN nicht nur, wir WISSEN, dass der Bischof von Rom der direkte Nachfolger des Apostels ist, auf den Christus Jesus von Nazareth Seine Kirche gegründet, und den Er mit der Leitung dieser Heiligen Kirche beauftragt hat, indem Er ihm die Schlüssel des Himmelreiches gab: Simon Bar Jona, den Jesus "Petrus", der Fels, nannte. Und eben dieser Fels soll auch genau DAS erfüllen, was seine Bedeutung wieder gibt: In Festigkeit und Beständigkeit der Witterung und allen Angriffen trotzen und widerstehen - über Jahrhunderte und Jahrtausende hinweg. An ihm, dem Fels, ist es, das, was er von Jesus erhalten und geerbt hat, unversehrt von Generation zu Generation weiter zu geben.

Mittlerweile sind wir im Oktober des Jahres 2017, und wie Sie, liebe Leser, vielleicht selbst festgestellt haben werden, wurde einige Jahre an diesem Beitrag nicht mehr geschrieben. Das liegt vor allem daran, dass im März 2013 ein neuer Papst gewählt wurde, der "eine neue Kirche" aufbauen möchte. Er hat sich den Namen "Franziskus" gegeben, und wer die Geschichte des heiligen Franz von Assisi kennt, der hat auch von dem Papst gehört, der den Franziskanerorden anerkannte, weil genau ER, der arme kleine Mönch, derjenige sein sollte, der "die Kirche wieder aufbauen" sollte. Vielleicht erkennen wir den Unterschied: Der heilige Franz sollte die Kirche WIEDER aufbauen, während der neue Franz die Kirche zerfallen lässt, um den Aufbau einer NEUEN Kirche zu erzwingen, eine Kirche, die mit der alten nicht mehr sehr viel gemein hat, vor allem nicht mit der Tradition, die der Papst als ein zu enges Korsett betrachtet, von der man sich befreien müsse. Jeder, der der Tradition anhangt, ja sogar jeder, der sich strikt an die 10 Gebote hält, ist "engstirnig".



[Fortsetzung folgt]

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